Caddie von Tiger Woods haut einen raus


Joe LaCava, Caddie von Tiger Woods, erzählt eine der besten Stories des Jahres. Auf der US PGA Tour klingelt der 59-Alarm und der Notruf am 72. Loch. Max Kieffer spielt weiter erstklassig, "Beef" unterhält erstklassig. Die Höhepunkte der Woche.

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Wenn einer denkt, er müsse sich profilieren, weil viele zuschauen, dann rufen wir in Zukunft Joe LaCava. Warum? Darum.

Held der Woche

Es ist schon wenige Wochen her, Anfang August war es, doch Joe LaCava, der Caddie von Tiger Woods, teilte im ESPN Radio nun in diesen Tagen diese Geschichte, die uns ein wenig geholfen hat, in all dem Ärger über den einen oder anderen Rüpel auf dem Golfplatz, der sich zuletzt immer öfter, gerade bei größeren Turnieren, bemerkbar gemacht hat, hinwegzukommen. Auch LaCava hat nach Jahren an der Tasche von Tiger Woods und Fred Couples so einiges gehört, „der „Mashed Potato“-Ruf ist da noch harmlos.

Beim Firestone-WGC reichte es dem 54-Jährigen nun. An Loch 14 der Finalrunde bekam es Woods mit giftigen Kommentaren eines Fans zu tun. LaCava antwortete: „Warum gehst Du nicht einfach?“ Der Fan gab zurück: „Na, wenn Du mir die 25 Dollar gibst, die mich die Karte gekostet hat, gehe ich.“ LaCava ging rüber und gab ihm die 25 Dollar. Natürlich stand der Störer nicht zu seinem Wort und machte weiter. Und auch LaCava bekam es nun ab. Sicherheitskräfte führten den Meckerer schließlich unter dem Jubel der anderen Zuschauer ab. „Am Ende des Tages ist es so: Wenn jemand Tigers Leistung beeinträchtigt, geht es auch um mich.“

Anfang des Jahres hatten sich Profis wie Rory McIlroy, Sergio Garcia und Justin Thomas ebenfalls über das zunehmende Aggressionspotenzial unter Fans beschwert. Dabei geht es allen Profis nicht um Anfeuerungen und leidenschaftliche Atmosphäre als vielmehr um trinkfreudiges Kritisieren. So nah wie beim Golf kommen die Fans in fast keiner Sportart. Das ist Fluch und Segen zugleich. Offenes Ansprechen der Beteiligten, Platzverweise – anders geht es wohl nicht. Joe LaCava hat also alles richtig gemacht.

Zahl der Woche

59 – mal wieder. Brandt Snedeker war am Donnerstag der neunte Spieler der US PGA Tour, dem eine dieser und mit einer 5 vorne gelang. Und der erste, der dabei mit einem Bogey (!) gestartet war. Ist klar. Für Snedeker reichte aber auch die 59 am Ende zum Sieg bei der Wyndham Championship. Interessant auch: Snedekers 59 war die vierte Runde unter 60 in den vergangenen drei Jahren. Zuvor hatte es für die vier Mal noch ganz 24 Jahre gebraucht.

Fehlschlag der Woche

Es war jedoch nicht ganz so unwahrscheinlich, dass Snedeker am Ende trotz 59 ohne neunten Karrieresieg geblieben wäre. Am 72. Loch lag er gleichauf mit C.T. Pan. Doch der suchte sich den denkbar schlechtesten Moment aus, um mal so richtig einen wegzuhauen. So blieb dem 26-jährigen Taiwanese nur der geteilte zweite Rang aufgrund „zu vielen Stimmen in meinem Kopf“.

K-Man der Woche

Martin Kaymer spielt in Schweden in einem eher durchschnittlich besetzten Feld der European Tour, Kaymer ist natürlich das Gesicht der Kampagne, der Superstar. Und nach zwei Tagen ist er auch ganz vorne mit dabei, standesgemäß quasi. Auch am Ende taucht ein Deutscher in der Spitze auf, doch es ist nicht mehr der Majorsieger. Der hat ein Wochenende zum Vergessen. Platz 61. Max Kieffer spielt sich auf den dritten Rang des Nordea Masters, sein bestes Ergebnis auf der European Tour seit Platz zwei bei der Open de España 2013, 2015 wurde schon einmal Dritter beim Nordea Masters. Seit 2013 ist der 28-Jährige ohne Unterbrechung in Liga eins zuhause, eine beeindruckende Leistung. Im Race to Dubai ist er nun 84., auch die Flüge für 2019 kann er nun wohl schon buchen, nur wenige tausend Euro muss er bis November noch sammeln, um ganz sicher zu gehen. Und vielleicht reicht es ja dann auch noch für das Saisonfinale der besten 60 in Dubai.

Tweet der Woche

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