Opa, wie cool bist Du denn?!


WGC-Sieger Justin Thomas bringt seinen Großvater mit - und alle sind begeistert. Ebenso wie von Dancing Phil. Und einer jungen Frau, die nach einem Major benannt ist. Und ein Major gewinnt. Die Woche im Rückblick.

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Wenn einer denkt, dass er „seit Ewigkeiten nicht mehr gewonnen“ habe – das Ganze aber erst fünf Monate her ist. Wenn einem die Relationen etwas verrücken, weil im vergangenen Jahr fünf PGA-Tour-Pokale in die heimische Vitrine wanderten. Dann sind das die Luxusprobleme des Justin Thomas, 25, gebündelt im Leben, das nach dem eindrucksvollen Sieg am Wochenende beim WGC in Firestone doch eigentlich keine Probleme kennen sollte. Auch wenn die Zeit, so Thomas, „sehr hart war“. Aber so sind sie, die Profisportler, ehrgeizig, zielstrebig, hungrig nach Erfolg.

Opa der Woche

Thomas wird der WGC-Sieg (der dritte Titel in diesem Jahr!) in der Woche vor dem letzten Major des Jahres, der PGA Championship, trotz allem ein wenig Ruhe geben nach Monaten, in denen er immer nervöser geworden war. Sein Caddie Jimmy Johnson erzählte ESPN: „Er hat gelernt, es nicht zu sehr zu wollen.“ Es geht also wieder einmal um Entspannung. Und da muss sich Thomas nur ein wenig umschauen. Wer auf den Namen Jimmy Johnson hört, muss generell sehr entspannt sein. Und in der eigenen Familie hat die Nummer zwei der Welt, die viel zu lange im Schatten von Langzeit-Kumpel Jordan Spieth stand, den vielleicht coolsten Zeitgenossen, den der Tourzirkus seit Miguel Angel Jimènez nicht mehr gesehen hat.

In Akron erzählte Thomas am Wochenende, dass ein Opa die Kids der Kollegen neidisch gemacht habe, weil sein Frühstück aus einem Dr. Pepper und einem Eis bestand. Später sei er einfach auf der Range erschienen. „Keine Ahnung, wie er da rein kam. Meine Großeltern hauen mich um. Ich liebe es, Zeit mit ihnen zu verbringen.“ Ein Softgetränk und ein Eis vor der Runde, dazu die Nonchalance, gewisse, nicht so gravierende Regeln einfach mal nicht zu befolgen – es ist die Coolness des Alters. Justin Thomas hat sie vielleicht in den Genen. Jetzt muss er sie nur noch ein wenig vorziehen, also zeitlich. Dann klappt das vielleicht auch mit dem zweiten Titel bei der PGA Championship in dieser Woche. Den Opa sollte er in jedem Fall mitnehmen. Auch auf die Range.

Tanz der Woche

Apropos Coolness im Alter, sorry Phil. Es braucht nicht viele Worte, es reicht ein Video – und das gibt es hier. Phil Mickelson bewegt sich… tanzend… in einer Werbung. Und tatsächlich auch beim WGC-Bridgestone Invitational.

Duell der Woche

Okay, vielleicht ist es auch das Duell des Jahres. Und sicher ist es das Duell der Nullerjahre. Aber wir wollen nicht so sein und teilen mit, dass laut Berichten der Duelltermin feststeht zwischen dem Tänzer Phil und einem gewissen Tiger Woods, in der Tanzszene vielen kein Begriff. Dennoch wird es wohl eng, denn es geht auf den Golfplatz. Hier sind beide ganz gut gewesen in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Es soll um zehn Millionen US-Dollar gehen, was nur so eine Randerscheinung ist in diesem Showevent der beiden bestverdienenden Golfer der – auch hier – vergangenen zwei Jahrzehnte. An Thanksgiving (23./24. November) soll es also soweit sein, die Familien alle vereint zuhause, Fernseher an, Mickelson gegen Woods schauen. Dass dabei rein sportlich nicht unbedingt das beste Golf des Jahres herauskommen wird – geschenkt.

Es geht um die zwei Herren, die einst im Ryder Cup mit ihrer, sagen wir, kühlen Begegnung, das US-Team belasteten, was für sich schon eine schöne Geschichte ist. Es wird nicht mehr ganz so brisant, dafür verstehen sich die beiden inzwischen zu gut – aber auch hier: geschenkt. 10 Millionen! „Da kommen auch wir aus der Komfortzone“, sagt Mickelson. Woods und Mickelson wissen, was sie aneinander haben. 19 gemeinsame Major-Titel sind ein Wort. Und die Zeit steht nicht still. Warum also nicht die gute, alte Zeit noch einmal vom verstaubten Dachboden holen? Noch sei nichts unterschrieben, sagt Woods. „Wir können das beide nicht ohne den anderen“, sagt Mickelson. Stimmt.

Name der Woche

Georgia, oh Georgia… Wir singen ein wenig und denken in diesem Moment ausnahmsweise nicht an das Masters, an Azaleen und die Amen Corner. Diesmal geht es um Georgia Hall, 22 Jahre alt, aus England. 1996 kam sie genau in der Masters-Woche zur Welt. Ihr Landsmann Nick Faldo gewann und ihr Vater Wayne Hall dachte sie, unsere Tochter muss jetzt Georgia heißen, Nick wäre komisch, Faldo auch. Masters? Nee. Also Georgia, die ihren Weg ging bis zur British Women’s Open in dieser Woche. Dort übernahm sie am 70. Loch die Führung. Die Menge in Lytham St. Annes jubelte, die Lokalmatadorin spielte die Führung ins Clubhaus – Majorsiegerin! Übrigens die erste aus England seit 2004.