DGV/Tiess

Deutsche Herren bei Team-EM Vierte


Nach 1969 fand wieder ein Team-Championat in Deutschland statt und die Lokalmatadore landeten im A-ROSA Resort in Bad Saarow auf Rang 4.

Von: Michael F. Basche

Ein famoser Rahmen blieb ohne sportliches Ausrufezeichen durch den Gastgeber: Für die Herren des Golf Team Germany reichte es bei der Team-Europameisterschaft in Bad Saarow nur zum vierten Platz. Das schwarz-rot-goldene Ensemble unterlag im kleinen Finale Dänemark mit 2:5, während sich Außenseiter Finnland zum neuen Titelträger krönte. Dem Sport & SPA Resort A-ROSA Scharmützelsee hingegen gebührt das Krönchen eines idealen Schauplatzes.

Eine Woche lang hatte die Anlage vor den Toren von Berlin die 16 besten Amateur-Mannschaften Europas zu Gast, und „wir haben unser ganzes Herzblut in die Vorbereitungen für diese EMM gesteckt, wurden dafür mit großartigem Golf sowie nach dem anfänglichen Regen auch mit herrlichen Finaltagen belohnt“, lobte Vanessa Herbon als Direktorin Golf & Sport von A-ROSA das rund 100-köpfige Team um Golf-Managerin Saskia Zieschank. So durfte sich Claus M. Kobold, der Präsident des ausrichtenden Deutschen Golf Verbands (DGV), über ein „sehr gut organisiertes Turnier, das keine Wünsche offen ließ“, ebenso freuen wie über einen „hervorragend präparierten Platz, der alle Teilnehmer vor große Herausforderungen stellte“.

Auch der undankbare „Blech-Rang“ nach den Lochspiel-Runden auf dem extrem schwierigen Faldo Course mit seinem Linksstil samt tiefer Topfbunker vermochte die positive Bilanz nicht zu trüben. „Hätte mir vor der Meisterschaft jemand gesagt, dass wir Vierter werden, hätte ich das sofort genommen“, sagte Bundestrainer Ulrich Eckhardt. Und DGV-Sportvorstand Marcus Neumann pflichtete seinem Oberübungsleiter bei: „Bei einer Heim-EM um die Medaillen mitzuspielen, war eine hervorragende Leistung und Werbung für den Golfsport.“ 1969 fand das Team-Championat letztmals in Deutschland statt, damals belegte der Gastgeber in Hamburg Platz zwei hinter England, diesmal entthronten Eckhardts Schützlinge im Viertelfinale immerhin Titelverteidiger Spanien.

„Dieser Erfolg war sicher das Highlight einer insgesamt großartigen Woche,“ sagte Hurly Long, der kurz vor seinem 23. Geburtstag als Führungsspieler der deutschen Equipe im Matchplay vier von sechs Punkten holte, dabei alle drei Einzel gewann und zudem am zweiten Zählspieltag mit einer makellosen 63er-Runde am Platzrekord von 62 Schlägen kratzte. Im Halbfinale freilich war Finnland letztlich eine Nummer zu groß, auch wenn Long und Co. den Nordlichtern beim 3:4 ein zähes Ringen bis zum letzten Loch lieferten. „Wir haben gegen diesen unglaublich starken Gegner wirklich sehr, sehr gut gespielt“, attestierte Chefcoach Eckhardt. „Die Partie zum Schluss mit einem Loch weniger abgeben zu müssen, war bitter.“

Dabei waren die Finnen nach der Zählspiel-Qualifikation bloß als Achter und damit Letzter in die Medaillenrunde gerückt, erwiesen sich im Matchplay mit jeweils zwei Vierern und fünf Einzeln jedoch als wahrer Favoritenschreck. Erst wurde das hoch gehandelte Schweden ausgeschaltet (4:3), dann Deutschland niedergerungen, im Finale schließlich ließ der Außenseiter mit 5:2 dem Top-Titel-Aspiranten England ebenfalls keine Chance. Das Team aus Österreich sicherte sich derweil in der B-Gruppe durch ein 3:2 über Italien den Klassenerhalt im Kreis von Europas besten Amateur-Mannschaften.

Die Deutschen wiederum blieben im Spiel um Platz drei gegen Dänemark ein, zwei Punkte unter ihren Möglichkeiten, „daher haben wir verdient verloren“, räumte der Bundestrainer ein. Wie ein Klotz am Bein hing seinen Jungs beim Kampf um eine Medaille vor allem der totale Punkte-Ausfall in den Foursomes sowohl gegen Dänemark als auch zuvor gegen Finnland, der sie vor die schier unlösbare Aufgabe stellte, nachmittags jeweils vier der fünf Einzel gewinnen zu müssen. Aber: „Wir haben in diesen Tagen von Bad Saarow ,überperformt‘, ein super Turnier gespielt und Deutschland bestens vertreten“, relativierte Eckhardt. So sah es auch Hurly Long: „Wenn man alles rational betrachtet, kann jeder stolz auf sich sein, dass wir es so weit gebracht haben. Ich bin mit Abstand der Älteste in dieser jungen Truppe, und die anderen kommen alle noch mal zurück.“

Vielleicht sogar an den idyllischen Scharmützelsee. Am Rande der EM führte DGV-Präsident Kobold jedenfalls Gespräche mit dem Europäischen Golf-Verband EGA über mögliche künftige Meisterschafts-Events. Und für Vanessa Herbon steht ohnehin fest: „Wir bei A-ROSA sind bereit!“

Das Golf Team Germany: Jannik de Bruyn, Marc Hammer, Falko Hanisch, Michael Hirmer, Hurly Long, Timo Vahlenkamp.

Das Match gegen Dänemark [http://www.ega-golf.ch/golfbox-result-widget/0#/competition/1620994/teammatch/200947]

Das Golf Team Austria: Luca Denk, Gerold Folk, Lucas Lipold, Oliver Rath, Niklas Regner, Maximilian Steinlechner.

Das Match gegen Italien [http://www.ega-golf.ch/golfbox-result-widget/0#/competition/1620998/teammatch/200972]

DGV/stebl

EM-Finale knapp verpasst: Deutsche Herren spielen „nur“ um Bronze

Kurz vor 17.30 Uhr an diesem Freitag, dem 13., war Deutschlands Titeltraum beendet. Michael Hirmer vermochte bei „1 unter“ seinen Gegner auf der Schlussbahn nicht ins Play-off zu zwingen, Hurly Longs Einzelsieg auf dem dritten Extraloch war damit bedeutungslos: Finnland gewann den Halbfinal-Matchplay-Krimi gegen den Gastgeber mit 4:3, für die deutschen Herren geht es bei der Amateur-Team-Europameisterschaft in Bad Saarow nunmehr „nur“ um Bronze. „Im Vorfeld der EM hätte ich eine solche Konstellation sofort genommen. Aber unsere Spieler haben in diesen Tagen gezeigt, das mehr in ihnen steckt. Auch wenn es letztlich nicht belohnt wurde: Ich bin stolz auf die Jungs und ihren grandiosen Kampfgeist“, sagte Bundestrainer Ulrich Eckhardt nach einem nervenaufreibenden Nachmittag auf dem Faldo Course des Sport & SPA Resort A-ROSA Scharmützelsee vor den Toren Berlins.

Seine Equipe hatte in den Stunden zuvor einmal mehr Enormes geleistet. Gegen ein finnisches Team zumal, das zwar nur als Achter und Letzter in die Medaillenrunde eingezogen war, aber im Viertelfinale Mitfavorit Schweden eliminiert hatte und jeden großartigen Schlag der Deutschen zu kontern wusste – nicht selten dank des cleveren und präzisen Eisenspiels. So hatten die Skandinavier bereits die beiden morgendlichen Vierer für sich entschieden. Eckhardts Schützlinge mussten diesem Rückstand vier Punkte entgegen setzen – und liefen zwischenzeitlich richtig heiß. Während die Sonne über dem Scharmützelsee aus einem nahezu wolkenlosen Himmel hernieder brannte, war Deutschland plötzlich in allen fünf Matches vorne.

Doch einige Löcher später wechselten die Vorzeichen, plötzlich führte Finnland in vier von fünf Partien und verwaltete diese Konstellation äußerst geschickt. Lediglich Marc Hammer (2 up) und Yannik de Bruyn (3&2) gelang es, ihr Blatt während der regulären Runde zu wenden; der Berliner Lokalmatador Falko Hanisch (3&5) und schließlich Hirmer mussten sich indes doch geschlagen geben. Den Finnen reichten zwei Einzelerfolge zum Finale gegen England, die schwarz-rot-goldene Equipe trifft zum EM-Abschluss auf Dänemark.

Das deutsche Halbfinale gegen Finnland [https://www.golfbox.dk/livescoring/tour/default.asp?language=2057#/competition/1620994/teammatch/200950]

DGV

Titelverteidiger Spanien entthront: Deutsche Herren kämpfen sich bei Amateur-Team-EM ins Halbfinale

Die Herren des Golf Team Germany bleiben bei der Mannschafts-Europameisterschaft (EMM) in Bad Saarow nahe Berlin auf Erfolgskurs: Nach dem bravourösen vierten Platz in der Zählspiel-Qualifikation für die Medaillenrunde entthronten die schwarz-rot-goldenen Golf-Amateure am Donnerstag auf dem Faldo Course des Sport & SPA Resort A-ROSA Scharmützelsee in einem harten Lochspiel-Viertelfinale den Titelverteidiger Spanien mit 4:3 und kämpften sich dadurch in die Runde der besten Vier. „Das Match stand die ganze Zeit auf Messers Schneide. Ich hatte das Gefühl, es hört und hört nicht auf. Erst ganz zum Schluss hat es gereicht“, atmete Bundestrainer Ulrich Eckhardt tief durch.

Nach den beiden Vierern am Vormittag hatte es 1:1 gestanden, in den fünf Einzeln am Nachmittag ging es dann lange Zeit hin und her, teils bei strömendem Regen. Verlass aber war vor allem erneut auf Hurly Long, der tags zuvor schon mit einer 63er-Runde brilliert hatte. Der Mannheimer gewann mit Clubkamerad Marc Hammer den Foursome und stellte durch seinen Einzelsieg am Nachmittag die Weichen in Richtung Halbfinale. Spannend indes machte es besonders Michael Hirmer, der nach 12 Loch bereits „5 auf“ lag und schließlich noch einen knappen Ein-Loch-Vorsprung ins Clubhaus rettete. „Es war sehr, sehr anspruchsvoll“, resümierte Nationalcoach Eckhardt den famosen Auftritt seiner Schützlinge. „Die Jungs haben großartig gespielt und eine tolle Leistung gezeigt. Ich bin wirklich sehr happy, dass wir jetzt tatsächlich um die Medaillen spielen dürfen!“

Am Freitag geht es gegen Finnland, das überraschend die führenden Schweden ausgeschaltet hatte (4:3). Im zweiten Halbfinale trifft Dänemark auf den EM-Favoriten England.

Das deutsche Viertelfinale gegen Spanien [https://www.golfbox.dk/livescoring/tour/default.asp?language=2057#/competition/1620994/teammatch/200955]

DGV/steb

Lokalmatadore gehen als Vierte in die drei Matchplay-Tage.

Deutsche Bundestrainer haben es schwer in diesen Tagen, das gilt nicht nur für den Fußball-Oberübungsleiter Jogi Löw. Im brandenburgischen Bad Saarow vor den Toren Berlins erlebte auch Ulrich Eckhardt, seit diesem Jahr Nationalcoach der Herren im Golf Team Germany, kurzzeitig ein Wechselbad der Gefühle, allerdings mit vorläufigem Happy End: Sein Sextett hat sich bei der Mannschafts-Europameisterschaft (EMM) im Sport & SPA Resort A-ROSA Scharmützelsee für die Medaillenrunde qualifiziert. Nach zwei Runden Zählspiel belegen Eckhardts Jungs einen famosen vierten Platz, noch vor Titelverteidiger Spanien, das damit Gegner im Viertelfinale ist. Nun geht es für die acht besten der 16 teilnehmenden Teams bis Samstag auf dem anspruchsvollen Faldo Course per Matchplay um den Titel. Die österreichische Riege hingegen muss sich mit Rang zehn begnügen und spielt um die Ehre des „Best of the Rest.“

Nach dem ersten Tag freilich sah es aus deutscher Sicht ebenfalls nicht sonderlich erfreulich aus. Die Berliner Lokalmatadore Falko Hanisch und Timo Vahlenkamp (beide GC Stolper Heide), das Mannheim-Viernheimer Duo Marc Hammer und Christopher „Hurly“ Long sowie Jannik de Bruyn (GC Hösel) und Michael Hirmer (Stuttgarter GC Solitude) kamen nach Abzug des Streichresultats lediglich auf Even Par und den zehnten Platz. Die bedröppelten Mienen im deutschen Lager passten zum Dauerregen, während der Engländer Gian Marco Petrozzi mit einer Runde von 10 unter Par nicht nur den Platzrekord von Gary Evans bei der German Open 1999 egalisierte, sondern zudem fast allein die Übernachtführung der ohnehin favorisierten Engländer sicherstellte.

Der zweite EMM-Zählspieltag begann gleichsam wenig vielversprechend. Hanisch und Vahlenkamp schafften auf dem Par-72-Layout lediglich 76er- bzw. 75er-Runden. Doch dann kam Hurly Long. Der 23-jährige Mannheimer trotzte dem vom sechsfachen Majorsieger Sir Nick Faldo konzipierten Geläuf im Linksstil, das als schwierigster Parcours Deutschlands gilt, eine bravouröse und makellose 63 ab. Mit sieben Birdies und einem Eagle katapultierte Long die schwarz-rot-goldene Equipe hinter das Führungspaar Schweden und England sowie die drittplatzierten Dänen; Hammer, de Bruyn und Hirmer sicherten die hervorragende Position durch Unter-Par-Runden ab. „Primäres Ziel war es, uns für den ersten Flight zu qualifizieren, danach ist im Lochspiel alles möglich“, lautet die Zwischenbilanz von Bundestrainer Eckhardt. „Wir haben richtige Lochspiel-Spezialisten im Team. Die Engländer sind für mich Favoriten, aber dahinter ist das Niveau doch sehr ausgeglichen.“ Indes hofft Eckhardt auf den Heimvorteil: „Die Unterstützung durch das Publikum kann schon so etwas wie der siebte Mann werden.“

Für die entsprechende Kulisse beim Wettkampf Mann gegen Mann jedenfalls ist gesorgt. „Nach der Enttäuschung bei der Bewerbung um den Ryder Cup 2022 haben wir unser ganzes Herzblut in die Vorbereitungen für diese EMM gesteckt“, sagt Vanessa Herbon als Direktorin Golf & Sport von A-ROSA. 1969 fand das Amateur-Team-Championat letztmals in Deutschlands statt, und dementsprechend „stolz und hochmotiviert“ sei laut Herbon die ganze Crew des A-ROSA Scharmützelsee, das mit den Championship-Plätzen „Nick Faldo“ und „Arnold Palmer“, dem Stan-Eby- sowie dem Jake-McEwan-Kurs über insgesamt 63 Löcher verfügt, sich als „Wellness-Resort, Genuss-Paradies und Ruhepol“ versteht, aber während der EMM kräftig und laut in Sachen Golf trommelt. Vanessa Herbon: „Mit täglich zwei kostenlosen Schnupperkursen, Kindergolf-Spaß und einer Public Area wollen wir neben dem Spitzensport aus nächster Nähe auf dem Platz viel Werbung für unseren Sport machen, Vorurteile abbauen und Neugolfer gewinnen.“ Eintritt und Parken sind an allen Tagen frei.

Am Montag war die EMM mit einer bunten Veranstaltung im Kurpark von Bad Saarow eröffnet worden. Prominente wie der einstige Berliner Regierende Bürgermeister und leidenschaftliche Golfer Klaus Wowereit oder der in Bad Saarow geborene Ex-Boxer Axel Schulz waren da, es gab launige Ansprachen, stimmungsvolle Musik und bunte Luftballons. „Eine Mannschafts-Europameisterschaft gehört immer zu den absoluten Höhepunkten einer Saison im Amateur-Golfsport. Dementsprechend wichtig ist ein solcher Event auch für uns hier in Deutschland“, betont Marcus Neumann, Vorstand Sport des Deutschen Golf Verbands (DGV). „Ob Martin Kaymer, Rory McIlroy, Henrik Stenson oder Sergio Garcia: Die EMM war schon immer ein Schaulaufen der künftigen europäischen Spitze oder sogar Weltspitze. Wenn Deutschland seinen Rang als Standort für Top-Golfsport behalten will, ist es wichtig, Turniere zu uns zu holen und perfekt organisiert durchzuführen. Dabei kann es nicht nur um Profisport gehen. Denn die besten Amateure sind die Profis der Zukunft.“

Das EMM-Leaderboard [https://www.golfbox.dk/livescoring/tour/default.asp?language=2057#/competition/1620931/leaderboard/1699358]