Foto: BMW Golfsport

Kaymer verpasst Heimsieg knapp


Der Engländer Matt Wallace gewinnt die 30. Auflage der BMW International Open in Lärchenhof. Martin Kaymer wird mit einem Schlag Rückstand Zweiter. Max Kieffer, Nicola von Dellingshausen und Jonas Kölbing kommen wie Matthias Schwab ins Geld.

Von: Timo Schlitz

Matt Wallace heißt der Gewinner der 30. BMW International Open. Der Engländer kam mit einem Gesamtergebnis von 278 Schlägen über die vier Runden und konnte im Anschluss im Clubhaus verfolgen, wie es keinem seiner Kontrahenten gelang, die Marke von zehn unter Par zu erreichen oder sogar zu unterbieten. Die deutschen Hoffnungen lagen vor allem auf Lokalmatador Martin Kaymer.

Vor insgesamt 63.000 Zuschauern brachte ein Kaymer-Bogey am vorletzten Loch dann allerdings die Entscheidung. Schuld war eine schwache Annäherung, die hinter dem Grün im Rough landete. Der zweimalige Major-Sieger, der vor genau zehn Jahren bei der 20. Auflage als bislang einziger Deutscher das Turnier gewonnen hatte, teilte mit dem Finnen Mikko Korhonen und dem Dänen Thorbjørn Olesen den zweiten Platz. Olesen hatte die Konkurrenz früh unter Druck gesetzt, als ihm mit 61 Schlägen die niedrigste Runde in der Geschichte des Turniers gelang. Max Kieffer landete am Ende auf dem geteilten zwölften Rang.

Wallace mit 3. Sieg in diesem Jahr

Für den 28 Jahre alten Wallace ist es der erst dritte Sieg auf der European Tour und der bislang größte seiner Karriere, der ihm ein Preisgeld von 333.330 Euro einbrachte. Zuvor hatte die Nummer 91 der Weltrangliste in diesem Jahr die Indian Open sowie 2017 die Portugal Open gewonnen. Am Sonntag machte er mit fünf Birdies auf den zweiten neun Löchern die entscheidenden Schritte nach vorn.

„Ich kann es fast nicht glauben, aber die Trophäe ist echt schwer, das kann also kein Traum sein“, sagte Wallace, der gleich bei seiner Premiere die BMW International Open gewann: „Es ist großartig, hier in Deutschland zu gewinnen – bei einem von BMW fantastisch organisierten Turnier mit einem Spitzenfeld und Spielern wie Martin Kaymer. Ich möchte aber auch Thorbjørn zu seiner heutigen Runde beglückwünschen. Eine 61 ist fantastisch.“

Kaymer, der zusammen mit Kieffer und vier weiteren Spielern als Führender in die Schlussrunde gegangen war, hatte lange Zeit zumindest ein Stechen mit Wallace in Reichweite, bis ihm auf dem 17. Loch nach einem missglückten Annäherungsschlag sein zweites Bogey des Tages unterlief und damit der Rückstand wieder auf zwei Schläge anwuchs. Das Birdie auf dem 18. Grün brachte ihm so nur noch den geteilten zweiten Platz. Die beiden deutschen Lokalmatadore wurden am letzten Loch wie schon in den Tagen zuvor von den Zuschauern begeistert gefeiert.

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Kaymer und die 17

„Das war ein Blackout zur falschen Zeit, das passiert ab und an im Sport. Für mich ist das natürlich ein bisschen bitter, weil es ausgerechnet hier in Deutschland passiert ist. Aber ich nehme auch viel Positives aus der Woche mit. Ich habe sehr gut gespielt, viele gute Putts gemacht und auch mental überzeugt“, sagte Kaymer. „Wir hatten alle ein super-schönes Wochenende. Es hat mega-viel Spaß gemacht, hier am Samstag und Sonntag zu spielen.“

Kieffer, der vor der Schlussrunde noch mit an der Spitze gelegen hatte, erwischte einen denkbar schlechten Auftakt mit einem Doppel-Bogey auf der Eins und einem weiteren Bogey an Loch 3. „Das war natürlich ein fataler Start und hat den Rhythmus ein wenig kaputt gemacht. Ich wollte einfach perfekt spielen“, sagte Kieffer. „Mit Martin zu spielen, war wirklich cool und hat viel Spaß gemacht. Wir hatten beide einen super Support von den Zuschauern, auch nach schlechten Schlägen.“

Für die Runde des Turniers sorgte unterdessen Olesen. Bei seiner fantastischen 61 spielte er ein Eagle und neun Birdies, davon sieben auf den zweiten neun Löchern. In den vorherigen 29. Auflagen der BMW International Open hatten insgesamt acht Spieler eine Runde mit 62 Schlägen absolviert, zuletzt Rafa Echenique in der Finalrunde 2009. Den Platzrekord im Gut Lärchenhof knackte Olesen aber nicht, den hält seit 2003 Fredrik Jacobsen mit 60 Schlägen.

Einen positiven Abschluss des Turniers hatte Nicolai von Dellingshausen. Er blieb am Sonntag drei Schläge unter Par und kam nach vier Runden mit dem gleichen Ergebnis als geteilter 18. ins Clubhaus. „Es war eine solide und zufriedenstellende Woche, auch abseits des Ergebnisses. Genau die Dinge, die ich mir vorgenommen hatte, habe ich auch umgesetzt“, sagte von Dellingshausen: „An den ersten Löchern hatte ich extrem viele Zuschauer, nachdem schon gestern viele Leute mitgelaufen waren. Das hat Spaß gemacht.“ Als vierter der 20 gestarteten Deutschen hatte Jonas Kölbing den Cut geschafft. Er beendete das Turnier auf der geteilten 59. Position (+4) – gemeinsam mit dem U.S. Open-Zweiten Tommy Fleetwood aus England.