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Stephan Jäger – „Kopf runter und durch!“


Stephan Jäger unterbricht seine Rookie Saison auf der PGA Tour für ein Gastspiel bei der BMW International Open in Köln. Perfect Eagle traf den gebürtigen Münchener im Vorfeld zum Exklusivinterview.

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Stephan Jäger erobert die Golfwelt – auch, wenn dies hierzulande meist unter der Wahrnehmungsgrenze passiert. Dabei hat der gebürtige Münchener bereits Golfgeschichte geschrieben. 2016 etwa im Rahmen der web.com Tour bei der Ellie Mae Classic, als er die erste 58 in der Geschichte auf einer großen Tour schaffte. Jim Furyk tat es ihm dann eine Woche später bei der Travelers Championship auf der PGA Tour gleich, doch Jäger war der Erste. Sein Gesamtscore von 250 Schlägen (58-65-64-63) notiert nach wie vor als niedrigster in der Geschichte. Nachdem „Sedl“, wie er von seinen Freunden genannt wird, nur hauchdünn die PGA Tour Karte verpasste, legte er 2017 auf der web.com Tour nochmals nach und machte mit weiteren Siegen beim BMW Charity ProAm und der Rust Oleum Championship dieses Mal alles klar.

Seine Rookie-Saison auf der PGA Tour begann Ende letzten Jahres vielversprechend mit drei Top 30-Platzierungen, doch im neuen Kalenderjahr kam der Motor ein wenig ins Stottern. Einige verpasste Cuts standen nur vier Platzierungen im Geld gegenüber. Vor wenigen Wochen machte Jäger dann einen Abstecher zurück auf die web.com Tour und gewann prompt die Knoxville Open. „Ein komisches Spiel“, wie „Sedl“ im Perfect Eagle-Interview zum Besten gab.

Stephan Jäger wuchs im Golfclub Eichenried auf, wo er unter die Fittiche von Coach Ken Williams kam, und galt stets als eines der größten Golftalente Deutschlands. In seinen Teenagerjahren zog es ihn dann in die USA, wo er zunächst als Austauschschüler eine Privatschule in Chattanooga, Tennessee besuchte. Dort lernte er als Kollege Harris English kennen und beschloss seine Golfkarriere in den USA weiter zu verfolgen. Nur ein Jahr später startete er sein Studium der Psychologie auf der University of Tennessee-Chattanooga und spielte für die Mocs Collegegolf. Jäger machte sich zusehends einen Namen in der Szene, gewann eifrig Turniere und startete 2012 nach vier Jahren Studium seine mit Spannung erwartete Profikarriere. Doch aller Anfang war schwer und so musste sich der Deutsche über Minitouren nach oben arbeiten. „Bei mir haben die Dinge immer etwas länger gedauert als bei Anderen“, sagt Stephan Jäger gegenüber Perfect Eagle. „Aber ich mache immer weiter und arbeite hart daran, bis ich meine Ziele erreiche.“

 

Ich fliege nicht 10 Stunden, um nur den Cut zu machen. Ich will gewinnen.

Stephan Jäger

Getty Images

Stephan Jäger im Interview (Auszug)

Perfect Eagle: Sedl, Du hast Dich mit einer tollen Saison letztes Jahr auf der web.com Tour inklusive zwei Siegen für  die PGA Tour qualifizieren können.  Wie geht’s Dir in Deiner Rookie Saison  und woran musst Du noch feilen?

Stephan Jäger: Meine Rookie Saison war bis jetzt leider ein wenig ernüchternd. Ende letzten Jahres bei den ersten Turnieren hatte ich eigentlich einen guten Start, im Kalenderjahr 2018 bin ich aber noch nicht so richtig reingekommen. Beim Golf kann man immer Feilen, aber im Endeffekt musst Du im richtigen Moment gut spielen. Und das habe ich auf der PGA Tour bis jetzt leider noch nicht getan.

Perfect Eagle: Beim ersten Abstecher zurück auf die web.com Tour gelang bei den Knoxville Open gleich wieder ein Sieg. Was macht (noch) den Unterschied zwischen web.com und PGA Tour aus?

Stephan Jäger: Ja, es ist wirklich ein komisches Spiel (lacht). Aber ich habe mich die letzten paar Wochen echt gut gefühlt, es auf der PGA Tour aber nicht umsetzen können. Den Sieg auf der  web.com Tour in Knoxville einzufahren tat dann echt gut. Der Unterschied ist eigentlich nur bei den Golfplätzen. Sie sind auf der PGA Tour ein wenig härter vom Setup und man kann sich dadurch schneller Bogeys einfangen.

Perfect Eagle: Du hast mit der 58 beim Ellie Mae Classic 2016 Geschichte geschrieben, danach hauchdünn die PGA Tour Karte verpasst, kamst aber in der nächsten Saison noch stärker zurück. Wie gehst Du generell mit Niederlagen oder Enttäuschungen um und was versuchst Du daraus zu lernen?

Stephan Jäger : Niederlagen sind im Golf ganz normal. Nicht oft im Sport verliert man und fühlt sich trotzdem sehr wohl, etwa wenn Du ein Top Ten-Ergebnis schaffst. Das heißt, man muss einfach weiter machen, Kopf runter und durch – das war schon immer mein Motto. Bei mir haben die Dinge immer ein wenig länger gedauert als bei anderen, aber ich mache immer weiter und arbeite hart daran bis ich meine Ziele erreiche.

 

LESEN SIE DEN REST DES INTERVIEWS IN UNSERER NEUESTEN AUSGABE VON PERFECT EAGLE, DIE NÄCHSTE WOCHE ERSCHEINT!