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Launch-Monitore im Vergleich


Beim Anpassen von Schlägern spielt die Technologie mittlerweile eine tragende Rolle. Wir blicken hinter die Kulissen des Fitting-Prozesses.

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TrackMan und FlightScope arbeiten mit Radartechnologie. Vereinfacht gesagt: Der Ballflug wird mit Radar verfolgt und durch einen aufwändigen Algorithmus in eine Simulation umgewandelt. Beiden Systeme liefern zudem Informationen über den Schlägerkopf und dessen Verhalten im Treffmoment. Preislich ist der TrackMan am oberen Rand: rund 23.000 Euro kostet das Modell „TrackMan 4“ mit der passenden Software. Das ältere Modell ist ab circa 15.000 Euro zu haben. FlightScope heißt die günstigere Lösung und ist je nach Modell für 5.000 bis 15.000 Euro erhältlich. Allerdings ist die Technologie aus unserer Sicht etwas schwächer, wodurch der Einsatz eines FlightScope eigentlich nur auf dem Platz oder der Driving Range (outdoor) sinnvoll ist.

Der Hersteller Foresight setzt im Gegensatz zu den beiden genannten Launch-Monitoren auf den Einsatz von Infrarot-Kameras. Beim neuesten Modell „GC Quad“ zeichnen vier davon gleichzeitig mit rund 16.000 Bildern pro Sekunde den Schläger-Ball-Kontakt im Treffmoment auf. Daraus wird die genaue Flugbahn mit allen Eigenschaften bestimmt. Die dazugehörige Software simuliert den Ballflug und liefert zusätzlich die Daten über den Schlägerkopf. Die Fluglänge des Balls spielt dank der Technologie keine Rolle. Der Ball kann also z.B. auch auf eine Leinwand oder in ein Netz in zwei Meter Entfernung geschlagen werden, ohne dass die Daten verfälscht werden. Für das aktuelle Modell ruft der Hersteller einen Preis von rund 25.000 Euro inklusive Software auf. Einfachere oder ältere Modelle sind ab 7.000 Euro erhältlich. Ein Plus beim GC Quad: Man kann unter realistischen Bedingungen einen Golfplatz am Simulator spielen.

TrackMan und Foresight sind mit Sicherheit die beliebtesten Launch-Monitore auf dem Markt. Unter Trainern und Profis, die den Monitor hauptsächlich für die Technikanalyse einsetzen, ist der TrackMan am weitesten verbreitet. Voraussetzung für einen sinnvolle Nutzung ist allerdings eine Ballflugweite von mindestens fünf Metern. Daher wird das Gerät vor allem auf der Driving Range oder auf dem Platz eingesetzt.

Launch-Monitore: Optionen für den Hobby-Golfer

Das Training im eigenen Haus – respektive Keller – wird immer beliebter bei Golfern. Seit einigen Jahren gibt es daher Anbieter, die deutlich günstigere Launch-Monitore für den Privatgebrauch anbieten. Zu nennen sind ErnestSport, SwingCaddie, Optishot, FlightScope Mevo und SkyTrak. Die Preise beginnen ab ein paar Hundert Euro. Die wenigsten Geräte halten aber, was sie versprechen.

Das Problem: Meist werden zu viele Parameter angezeigt, obwohl nur wenige wirklich relevant sind beziehungsweise präzise genug gemessen werden. Ein Beispiel: Zeichnet das Gerät die Spinrate des Balls nicht genau auf, so kann kein Algorithmus der Welt einen realistischen Ballflug berechnen. Unerfahrene Spieler sollten von einfachen Geräten die Finger lassen, da unpräzise Informationen mehr schaden als helfen. Genügt die ungefähre Darstellung von Schlagweite und Richtung, empfehlen wir den Swing Caddie oder ähnliche Geräte.

Wenn Sie bereits sind, etwas mehr Geld auszugeben, ist der SkyTrak unsere klarer Tipp. Für rund 2.000 Euro bekommen Sie ein kamerabasiertes System mit einer sensationellen Software (als App). Der Monitor ist einfach zu bedienen, schnell aufgestellt und zeichnet brauchbare Daten auf. Zwar werden große Kurven und Fehlschläge nicht immer richtig dargestellt, aber im Großen und Ganzen stimmt die Qualität der Messungen. Lediglich beim Einsatz in der Sonne und beim Schlagen vom Rasen zeigen die Kameras Schwächen. Insofern ist der SkyTrak vor allem eine passende Option, um den eigenen Keller in ein kleines Trainingscenter umzuwandeln. Mit der Software „E6“ (rund 1.600 Euro zusätzlich) kann man das Gerät zudem als Simulator verwenden. So lassen sich mehr als 100 Golfplätze im eigenen Keller spielen.

Wer bereit ist, deutlich mehr auszugeben, sollte über einen Foresight GC2 (rund 8.000 Euro) nachdenken. Dieser bereits sehr professionelle Launch-Monitor zeichnet zwar nur die Ballflugdaten auf, ist dafür aber sehr genau. Die Verwendung ist Indoor wie Outdoor ohne Probleme möglich.

Wenn Sie neugierig geworden sind: Bei HIO Fitting haben Sie die Möglichkeit, einen Blick auf die Daten eines Launch-Monitors und die Simulator-Software zu werfen. Außerdem bieten wir Ihnen gerne eine Beratung hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten von Launch-Monitoren an.

Hio Fitting

Launch-Monitore: Was wird gemessen

Unabhängig vom Launch-Monitor werden meist folgende Parameter aufgezeichnet:

1. BALLFLUGDATEN:

  • Ballabfluggeschwindigkeit
  • Abflugwinkel (horizontal und vertikal)
  • Spinraten
  • Flughöhe
  • Eintreffwinkel
  • Carry und Total Distanz
  • seitliche Zielabweichung

2. SCHLÄGERDATEN:

  • Genauer Trefferposition an der Schlagfläche
  • Schlägerkopfgeschwindigkeit
  • Schwungpfad
  • Schlagflächenstellung
  • Eintreffwinkel des Schlägers
  • Dynamischer Loft und Lie

Info: HIO Fitting

HIO Fitting bei München ist das größte Fitting-Studio in Deutschland und bietet Schlägeranpassungen für Anfänger bis zum Profi. Dabei werden im ersten Schritt die eigenen Schläger analysiert; im zweiten Schritt werden die Werte und das Gefühl im Treffen mit verschiedenen Köpfen und Schäften verglichen. Ein Fitting dauert mindestens 45 Minuten und kostet ab 50 Euro. Hier können Sie ein Fitting buchen.