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Golfer und ihre Weine


Das Leben ist viel zu kurz um schlechten Wein zu trinken. Das gilt auch bei den Golf-Profis, die am liebsten zur eigenen Flasche greifen.

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Gesunde Ernährung und ein gewisser Lifestyle abseits der Fairways ist für viele selbstverständlich. Da passt eine gute Flasche Wein durchaus ins Bild. Für ein paar geht der Hype aber noch etwas weiter. Sie haben – meist mithilfe eines Experten – ihr eigenes Weinlabel gestartet. Getreu dem Motto: Das Leben ist viel zu kurz um schlechten Wein zu trinken.

Jack Nicklaus, Napa Valley, USA

Auch der große Jack Nicklaus, der mit 18 Major-Siegen das Ranking der erfolgreichsten Profis weiter anführt (Tiger Woods hat 14 Majors), setzt auf Wein. Allerdings mehr unter dem Business-Aspekt. „Es ist eine tolle Sache einen Wein zu haben, auf dem dein Name steht. Ich bin kein Experte, aber ich weiß, was mir schmeckt”, sagte der „Golden Bear” dem US-Magazin Cigar Aficionado. Wie Luke Donald setzt Nicklaus auf Bill Terlato, der die Weine entwickelt und produziert. Herausgekommen sind die Linien „Jack’s House Wines” (ca. 15 Dollar) und „Jack Nicklaus Reserve” (50 bis 60 Dollar). Vor allem in China finden die teureren Flaschen Anklang.

Retief Goosen, Upper-Langkloof Valley, Südafrika

Auch Retief Goosen hat seinen eigenen Wein. Der Mann, der als junger Spieler vom Blitz getroffen wurde, lässt allerdings auf der berühmten Garden Route nahe am Indischen Ozean mit seinem Geschäftspartner Dr. Werner Roux produzieren. Das Logo ziert eine fliegende Gans. Neben Sauvignon Blanc gibt es Shiraz und Pinot Noir im Programm. Das Highlight heißt „Expression” und besteht aus zwei Dritteln Shiraz und einem Drittel Cabernet Sauvignon. Preislich liegen die Weine des Südafrikaners zwischen 15 und 35 Euro.

 

David Frost, Paarl, Südafrika

Groß prangt die Unterschrift von David Frost auf dem Emblem von Cab Sauvignon, Shiraz, Pinotage und Sauvignon Blanc. Das Jahr hat die Formen eines Golfballs. Das Design muss man mögen. Seit 1994 macht „Frosty” in Wein – zusammen mit dem Amerikaner Jason Fisher, der aus dem kalifornischen Napa Valley kam. Einen Blend gibt es auch: Der heißt, wie kann es anders sein, „Par Excellence” und ist auch in den USA erhältlich. Der Rest ist vor allem in Südafrika zu finden. Preislich bezahlbar.

Gary Player, Stellenbosch und Cape Agulhas, Südafrika

Gary Player ist der fitteste Golfpro über 70 (er ist über 80!) und definitiv ein Tausendsassa, aber sicherlich kein Winzer. Sein Sohn Marc interessiert sich jedoch sehr für Wein. Zusammen mit Winzer Carl van der Merwe brachte Player 2003 in Quoin Rock eine „Vintage”-Serie auf den Markt. Rund 30.000 Flaschen werden pro Serie abgefüllt. Die letzte kam Ende 2009 auf den Mark. Die Preise sind stolz: Rund 70 Euro pro Flasche verlangt Familie Player.

Ernie Els, Stellenbosch, Südafrika

Mittlerweile bietet das Weingut vier Produktlinien an (Signature, Proprietor’s, Ernie Els und Big Easy). Die hochwertigste – und auch teuerste heißt Signature. Der Cabernet Sauvignon wird 20 Monate im französischen Eichenfass gelagert, ehe er in die Flasche kommt. Dafür werden dann auch umgerechnet mehr als 50 Euro fällig. Immerhin: Bei Wine Spectator kommt der 2011er auf 92 Punkte, bei Parker sind es 90. Die Einstiegsweine unter dem Label „Big Easy” starten bei rund zehn Euro. Els mischt mittlerweile auch die südafrikanische Gastronomie-Szene auf: Sowohl auf seinem Weingut als auch in Stellenbosch gibt es ein Fine-Dining-Restaurant. Die Kritiker meinen allerdings: zu teuer.

Luke Donald, Napa Valley und Rita Hills, USA

Der überwiegend in Chicago lebende Brite tat sich 2008 mit Terlato Wines, einem der größten Weinanbieter im Premium-Segment, zusammen und brachte seine „Luke Donald Collection” auf den Markt. 72.000 Flaschen wurden in der Erstauflage produziert. „Es sollte mein eigener Stil sein. Zeitgemäß europäisch”, so die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste. Entstanden sind ein Chardonnay, ein ins fruchtige gehender Viognier sowie ein Bordeaux Blend, der im Eichenholzfass ausgebaut wurde. Preislich liegen die Wine zwischen 30 und 50 Dollar. Interessant: Donald ist ein Wein-Freak, der alleine in seinem Anwesen in Chicago mehr als 800 verschiedene Flaschen im Keller hat. Sein Liebling: ein 1985er Chateau Lynch Bages aus dem Bordeaux.

Arnold Palmer, Napa Valley, USA

Der „King” darf natürlich nicht fehlen. Der im September 2016 verstorbene Amerikaner, dessen Logo den bunten Regenschirm ziert, hat immer noch zwei Weine auf dem Markt: Einen Chardonnay und einen Cabernet Sauvignon. 2005 kam der erste Tropfen in Zusammenarbeit mit Mike Moone von Luna Vineyards ans Tee. Preislich liegt die Flasche bei rund 15 Dollar.

Greg Norman, verschiedene Anbaugebiete in Australien, Neuseeland, Argentinien und den USA

The Shark ist weltbekannt. Einst wegen seines aggressiven Spiels, mittlerweile wegen seiner zahlreichen Unternehmen (Great White Shark Enterprises), seiner Kurzzeitehe mit der ehemaligen Tennisspielerin Chris Evert oder Verletzungen, die er sich mit Motorsägen zuzieht. Man merkt schnell: Greg Norman ist kein Rentner, der sich auf seinen Millionen ausruht. Wein macht er natürlich auch – seit 1996 und mit großem Erfolg: Mehr als zehn verschiedene Varianten sind erhältlich. Seine Anbaugebiete in Australien, die er zusammen mit Treasury Wine Estates (u.a. Penfolds) hält, versorgen rund 60 Prozent des australischen Markts. Besonders stolz ist Norman auf seinen 1998er Shiraz McLaren Vale Reserve, der von Wine Spectator als Nummer acht der Welt ausgezeichnet wurde.