Bild: ©J. Dost

Hipster Häuser


Fünf visionäre Clubhäuser, die wenig mit den herrschaftlichen Protzbauten zu tun haben, die man (zu) oft auf Golfplätzen betrachten muss.

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The Hills, Neuseeland

Award-winning ist im Englischen ein geflügelter Begriff.  Bei Andrew Patterson steht das „award-winning“ aber zu Recht. Sein Entwurf im The Hills ist atemberaubend. Das modere Haus mit eigenem Indoor-Pool und rasenbedecktem Flachdach erstreckt sich nur zu rund einem Viertel auf dem Platz – der Großteil ist jedoch unterirdisch verbaut. Innen dominieren Walnussholz, bequeme Ledersessel und Kaminfeuer. Jeder James-Bond-Bösewicht wäre neidisch. Beim World Architecture Festival in Barcelona wurde das Clubhaus als eines der besten Sportgebäude der Welt ausgezeichnet (ein weitere Preisträger war das Wembley Stadium). Wir meinen: Der Preis ist verdient!

Cabot Links & Cliffs, Kanada

Der eigentliche Star ist natürlich der Atlantik. Wobei: Für richtige Golfer sind es die beiden Plätze Links (Design: Rod Whitman) und Cliffs (Design: Bill Coore und Ben Crenshaw). Umwerfend ist aber auch das angeschlossene Clubhaus, das im ersten Stock das ausgezeichnete „Panorama Restaurant“ beherbergt. Durch die großen Glasfenster blickt man nach der Runde auf die Schlusslöcher und verspeist glücklich frische Austern, sensationellen Hummer (in Cape Breton gibt es ihn noch wie Sand am Meer) oder fangfrischen Fisch auf einer leichten Beurre Blanc. Alle Gebäude – es gibt mittlerweile 72 Zimmer – bestehen überwiegend aus Holz sowie Glas. Das Design ist klar, modern und auf das Wesentliche ausgelegt: Man sieht immer die Natur, hat ein bequemes Bett und eine perfekt funktionierende Dusche. Mehr braucht es nicht. Preis ist verdient!

Jack Nicklaus Golf Club Korea, Südkorea

Der iranische Architekt Mehrdad  Yazdani hat das Clubhaus für dem ersten Signature-Platz von Jack Nicklaus im südkoreanischen Songdo entworfen. Ende 2010 wurde das Millionenprojekt eröffnet, schon kurz darauf zählte der Kurs zu den Top Drei des Landes.  2015 kamen die besten Spieler der USA im Rahmen des Presidents Cups zu Besuch.

Aber zum Design, denn das ist außergewöhnlich: Im Clubhaus dominieren Fußböden aus Marmor, Wandelemente aus Stein und gigantische Stahlstützen. Viel Licht dringt durch die riesigen Glasfenster, allerdings nur gedimmt in den eigenen Weinkeller mit Sommelier-Service. So richtig abgefahren wirkt das Clubhaus allerdings vom Platz aus betrachtet: ein wellenförmiges Flachdach, spiegelndes Glas und unterschiedlich angeordnete Kalksteinwände sorgen für einen ungewöhnlichen Kontrast.

King Kavmehameha Golf Club, Hawaii

Frank Lloyd Wright? Ja, genau der. Der 1959 verstorbene Amerikaner hat unter anderem das Guggenheim Museum in New York entworfen. Aber auch ein roséfarbenes Clubhaus auf Maui. Eigentlich war der Entwurf für ein Anwesen von Marilyn Monroe und ihrem Ehemann Arthur Miller geplant, doch der Tod im stolzen Alter von 91 kam der Design-Ikone dazwischen. Monroe und Miller ließen sich zwei Jahre später scheiden, das Haus wurde nie gebaut. Bis eine Gruppe japanischer Investoren die Baupläne erwarb und für 27 Millionen Dollar das Clubhaus unter Leitung von John Rattenbury, einem von Wrights engsten Mitarbeitern, auf Hawaii umsetzen ließ. Wie erwähnt: Die Pläne stammen aus den 1960ern, doch futuristisch wirkt es immer noch.

 

 
 

Öijared Golfklub, Schweden

Klar, die Schweden müssen natürlich auch dabei sein. Gert Wingårdh hat Clubhaus sowie Hotel von Öijared keine 40 Kilometer nordöstlich von Göteborg entworfen – und voll ins Schwarze getroffen. Bereits 1988 wurde die Holzkonstruktion eröffnet. Modern wirkt das zeitlose Design mit riesigem Kamin und Holzwänden immer noch. Sowohl von innen als von außen. Sechs Level gibt es insgesamt – und dennoch fügt sich der Bau perfekt in die grüne Seenlandschaft ein. Ein Abschlag ist sogar auf dem Dach untergebracht. Genial!